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Im ParlamentVersicherte

Gebühr für Bagatellfälle in der Spitalnotfallaufnahme

Die Kantone sollen bei jeder Konsultation der Spitalnotaufnahme ohne schriftliche Überweisung einen Zuschlag von höchstens 50 Franken auf den Selbstbehalt erheben können.

Stand
Nationalrat am 18. März 2026 dafür (96 zu 91), Ständerat am 15. September 2026 Nichteintreten (33 zu 11). Das Geschäft geht zurück an den Nationalrat; die SGK-N hat es für den 19. und 20. November 2026 traktandiert.
Wie der Hebel wirken soll
Die Initiative verlangte eine Gebühr für Bagatellfälle in der Spitalnotaufnahme. Der Entwurf der Kommission des Nationalrates verzichtet auf den Begriff Bagatelle, weil er sich nicht klar abgrenzen liess. Er gibt den Kantonen die Möglichkeit, bei jedem Aufsuchen der Notaufnahme ohne schriftliche Überweisung durch eine Ärztin, ein telemedizinisches Zentrum oder eine Apotheke einen Zuschlag von höchstens 50 Franken auf den Selbstbehalt zu erheben. Nach den Befürwortern sollen Versicherte so bei leichten Fällen andere Anlaufstellen wählen, was die Notaufnahmen entlasten und Kosten dämpfen soll.
Erwartete Wirkung
Eine amtliche Einsparsumme liegt in den geprüften Unterlagen nicht vor. Der Bundesrat erwartet eine vermutlich geringe Lenkungswirkung und zusätzlichen Verwaltungsaufwand und nennt deshalb keinen Sparbetrag. Quelle: Parlamentsdienste, Zusammenfassung des Geschäfts 17.480
Keine amtliche oder wissenschaftliche Bezifferung erfasst.

Argumente

Positionen der genannten Akteure, sinngemäss wiedergegeben. Die Reihenfolge ist keine Wertung.

Dafür

Mehrheit des Nationalrates (Fraktionen SVP, FDP und GLP)

Die Gebühr entlaste die Notaufnahmen und dämpfe die Kosten. Sie stärke die Selbstverantwortung der Versicherten. Die Kantone erhielten eine Option und könnten selbst entscheiden, ob sie die Gebühr einführen.

Parlamentsdienste, Zusammenfassung des Geschäfts 17.480

Dagegen

GDK

Die vorgängige Erstberatung verursache in jedem Fall Zusatzkosten für die Grundversicherung, die nur selten durch den Wegfall der Notfallbehandlung kompensiert würden. Der administrative Mehraufwand sei gemessen an der Lenkungswirkung unverhältnismässig. Einkommensschwache Personen könnten zu lange zuwarten.

Wintersession 2025, Empfehlungen der GDK

Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates

Die Massnahme sei wirkungslos oder kontraproduktiv und bringe administrativen Mehraufwand. In Randregionen sowie nachts und am Wochenende sei die Notaufnahme oft die einzige Anlaufstelle. Eine bessere Triage sei vorzuziehen.

Parlamentsdienste, Zusammenfassung des Geschäfts 17.480

Chronik

Die parlamentarische Initiative wurde 2017 eingereicht. In der Vernehmlassung zum Entwurf lehnten nach der Zusammenfassung der Parlamentsdienste 87 Prozent der Teilnehmenden die Vorlage ab, darunter 21 Kantone.

Stand: 19. Oktober 2026Zuletzt geprüft: 19. Oktober 2026