StandDer Ständerat gab der Standesinitiative 23.319 des Kantons Genf am 10. Dezember 2024 mit 26 zu 14 Stimmen keine Folge; nationale Volksinitiativen wurden 2007 und 2014 abgelehnt.
Wie der Hebel wirken sollHeute bieten mehrere private Versicherer die Grundversicherung an; die Versicherten können die Kasse jährlich wechseln. Bei einer Einheitskasse führt eine einzige öffentliche Einrichtung die Grundversicherung. Die Genfer Standesinitiative verlangte eine Rechtsgrundlage im Bundesrecht, damit Kantone freiwillig eine kantonale öffentliche Einheitskasse schaffen und alternative Steuerungsmodelle testen können. Nach den Befürwortern sollen Kosten für Kassenwechsel und Verwaltung sinken und die Steuerung transparenter werden. Der Leistungskatalog bliebe unverändert.
Argumente
Positionen der genannten Akteure, sinngemäss wiedergegeben. Die Reihenfolge ist keine Wertung.
Dafür
Grosser Rat des Kantons Genf
Das Wettbewerbssystem unter den Kassen weise zahlreiche Probleme auf, und die Prämien im Kanton stiegen 2024 um über 9 Prozent. Die Kantone sollen eine Rechtsgrundlage erhalten, um kantonale öffentliche Einheitskassen zu schaffen und alternative Steuerungsmodelle zu testen.
Ständerat lehnt kantonale Einheitskrankenkassen ab, Meldung vom 10. Dezember 2024 (Sekundärquelle)
Minderheit der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates
Eine nationale Rechtsgrundlage erlaube es den Kantonen, freiwillig eine Einheitskasse zu schaffen, ohne Pflicht für alle. So liessen sich Wettbewerb und öffentliches Monopol bei Transparenz, Verwaltungskosten und Steuerungsfähigkeit vergleichen. Kassenwechsel verursachten jedes Jahr hohe Kosten.
Ständerat lehnt kantonale Einheitskrankenkassen ab, Meldung vom 10. Dezember 2024 (Sekundärquelle)
Nach der Meldung der Parlamentsdienste vom 10. Dezember 2024 hat das Stimmvolk in dreissig Jahren viermal eine Vorlage für eine staatliche Einheitskasse abgelehnt, zuletzt 2014; in den Kantonen Genf, Neuenburg, Jura und Waadt fand die Vorlage damals eine Mehrheit. Nach dem Ständerat hatte der Nationalrat über die Standesinitiative 23.319 zu entscheiden; sein Entscheid ist hier noch nicht an der Primärquelle geprüft (siehe offene Punkte).