StandLineare Senkung um 10 Prozent seit 2022 und weitere Senkungen seit 1. Juli 2026 in Kraft; der neu berechnete Tarif (transAL-2) soll laut BAG voraussichtlich Ende 2027 gelten.
Wie der Hebel wirken sollDie Analysenliste ist ein Amtstarif: Das EDI setzt nach Anhören der zuständigen Kommission für jede Analyse Taxpunkte fest, die als Höchstansätze gelten. Der Hebel wirkt auf zwei Arten. Mit linearen oder gezielten Kürzungen senkt das EDI bestehende Tarife sofort. Mit der Neutarifierung transAL-2 werden alle Positionen ausser den Schnellen Analysen der Hausarztmedizin auf der Grundlage von Kosten- und Leistungsdaten der Laboratorien neu berechnet.
Erwartete WirkungDas BAG beziffert die jährlichen Einsparungen aus der linearen Kürzung von 2022 und aus gezielten Massnahmen bei PCR-Analysen und Vitamin-D-Tests auf über 200 Millionen Franken. Für die Änderungen per 1. Juli 2026 nennt das EDI zusammen mit einer Senkung in der Mittel- und Gegenständeliste 92 Millionen Franken pro Jahr. Für transAL-2 liegt keine Schätzung vor, weil die Tarife noch nicht berechnet sind.
Quelle: BAG, Überarbeitung der Labortarife schreitet voran (19. Dezember 2024) Argumente
Positionen der genannten Akteure, sinngemäss wiedergegeben. Die Reihenfolge ist keine Wertung.
Dafür
BAG
Der Tarif sei veraltet, weil sich die Labordiagnostik rasch entwickelt habe. Ein Auslandpreisvergleich habe ein Preisniveau ergeben, das in der Schweiz 1,5- bis 1,7-mal höher liege als in den Vergleichsländern. Parallel zur Tarifrevision seien deshalb bereits kostensenkende Massnahmen in Kraft gesetzt worden.
BAG, Überarbeitung der Labortarife schreitet voran (19. Dezember 2024)
Dagegen
FAMH (Verband der medizinischen Laboratorien der Schweiz)
Die lineare Kürzung von 2022 laufe der laufenden Tarifrevision entgegen und habe zusammen mit der eingeschränkten Vergütung von Vitamin-D-Tests einen Umsatzrückgang von 15 Prozent bewirkt. Lineare Kürzungen hätten keinen Einfluss auf Gesundheitskosten und Prämien. Die Tarife seien nicht an die Teuerung gebunden, während Lieferanten ihre Preise erhöhten.
FAMH, Newsletter Labor Nr. 9 (Februar 2023)
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernahm 2022 Laboranalysen bei ambulanten Behandlungen für fast 2 Milliarden Franken (BAG, 19. Dezember 2024). Die Analysenliste wird vom EDI erlassen. Die Motion 17.3969 verlangte, dass künftig die Tarifpartner die Labortarife aushandeln; der Bundesrat beantragte 2017 die Ablehnung und verwies darauf, dass die Ansätze der Liste Höchstansätze sind und Versicherer schon heute tiefere Tarife vereinbaren können. Die Motion wurde 2018 überwiesen und am 3. März 2025 erledigt; die Zuständigkeit des EDI besteht weiter.
Das BAG bezeichnet die Senkungen per 1. Juli 2026 als vorgezogene Massnahmen gegenüber transAL-2 (Kommentar zu den Änderungen des Anhangs 3 KLV).